Der Fellwechsel

Egal, ob Hund, Katze, Kaninchen oder Pferd – sie alle haben eines gemeinsam: Den Fellwechsel. Wir bemerken den Fellwechsel meistens erst, wenn Haare an unserer Kleidung hängen bleiben oder sich beim Streicheln loses Fell ansammelt. Der Fellwechsel beginnt aber nicht erst, wenn sich die ersten Haare lösen, sondern bereits einige Zeit früher. In diesem Blogbeitrag erklären wir unter anderem, wann der Fellwechsel anfängt, wie oft er vorkommt und wie ihr euer Tier während des Fellwechsels unterstützen könnt. Damit es bald wieder heißt: „Ich hab die Haare schön“

Zweimal im Jahr wird es haarig – Sommer- und Winterfell

Grundsätzlich lässt sich zwischen 2 verschiedenen Fellarten unterscheiden: Sommerfell und Winterfell. Mit wenigen Ausnahmen werfen alle in unseren Breitengraden lebenden Säugetiere im Frühjahr ihren langen, dicken Winterpelz ab und tauschen ihn gegen ein leichtes, dünneres Sommerfell. Im Herbst ist es dann genau umgekehrt: Das dünne Sommerkleid wird gegen ein dichtes Winterfell mit Unterwolle getauscht.

Wie wird der Fellwechsel ausgelöst?

Der Fellwechsel wird hauptsächlich von der Tageslänge, sprich, der Helligkeit beziehungsweise der Stundenzahl, wie lange es draußen hell ist, gesteuert, und nicht, wie oft vermutet, von der Außentemperatur. Die Außentemperatur sowie etwaige andere Faktoren wie beispielsweise die Rasse des Tieres spielen beim Fellwechsel tatsächlich nur eine untergeordnete Rolle.
Sobald die Tage im Frühjahr länger werden, wird durch die Zirbeldrüse im Gehirn weniger Melatonin gebildet. Melatonin kann auch als „innere Uhr“ bezeichnet werden und steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus. Melatonin ist außerdem dafür zuständig, den Fellwechsel anzustoßen. Ist im Körper nun weniger Melatonin vorhanden, ist das für ihn das Zeichen, den Fellwechsel einzuläuten.
Im Herbst, wenn die Tage wieder kürzer werden, findet der Vorgang andersherum statt: Durch die kürzeren Tage wird mehr Melatonin gebildet, was dazu führt, dass der Wechsel vom Sommer- zum Winterfell beginnt.
Wann der Fellwechsel genau startet, lässt sich nicht auf einen genauen Tag oder einen genauen Monat festlegen. Meist ist es jedoch so, dass der Wechsel von Winter- zu Sommerfell bei den meisten Tieren zwischen März und April einsetzt, wohingegen es im Herbst zwischen August und Oktober so weit sein kann.
Wie kann ich meine Katze oder meinen Hund im Fellwechsel unterstützen?
Der Fellwechsel ist eine anstrengende Zeit für unsere Vierbeiner, denn er belastet das Immunsystem. Deshalb kann es vorkommen, dass euer Hund oder eure Katze in dieser Zeit anfälliger für andere Krankheiten ist.

Wir als Besitzer können unseren Vierbeinern den Fellwechsel aber angenehmer gestalten. Wir haben im Folgenden einige Tipps und Tricks zusammengetragen, die eurem Hund oder eurer Katze den Fellwechsel erleichtern können.

  • Regelmäßiges Bürsten
    Regelmäßiges Bürsten entfernt nicht nur lose Haare, die Juckreiz verursachen, sondern bietet darüber hinaus auch noch eine wohltuende Massage für euren Vierbeiner. Zudem kann durch das Abbürsten abgestorbener Haare wieder mehr Luft an die Haut kommen und Juckreiz durch totes Haar verhindert werden. Aber nicht jede Bürste ist für jeden Vierbeiner gleich gut geeignet. Testet euch am besten durch die verschiedenen Produkte am Markt und schaut, welche Bürste eure Fellnase bevorzugt.
  • Ausgewogene Ernährung
    Die artgerechte Fütterung eurer Fellnase ist nicht nur im Fellwechsel wichtig. Trotzdem kann eine ausgewogene Ernährung mit hochwertigem Futter, das bereits alle wichtigen Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente enthält, dazu beitragen, gesundes Fellwachstum zu fördern. Gerade im Fellwechsel steigt der Bedarf an Eiweiß stark an, da Fell aus Keratin, also Eiweiß, gebildet wird. Mit einer ausgewogenen Ernährung stellt ihr also sicher, dass euer Hund oder eure Katze optimal für den Fellwechsel gerüstet ist.
  • Einsatz von Ergänzungsfuttermitteln
    Hunde oder Katzen nehmen in der Regel, wie im vorherigen Punkt bereits beschrieben, alle wichtigen Nährstoffe über ihr Futter auf. Im Fellwechsel benötigen unsere Vierbeiner jedoch von einigen Nährstoffen eine größere Menge. Der entstandene „Mangel“ kann durch die Gabe von Ergänzungsfuttermitteln ausgeglichen werden.
    Im Fellwechsel steigt nicht nur der Bedarf an hochwertigem Eiweiß, sondern auch der Bedarf an ungesättigten Fettsäuren, B-Vitaminen und Zink.
    Ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren kommen beispielsweise in Leinöl oder Lachsöl vor. Ein Schuss Öl über die tägliche Futterration unterstützt euren Hund oder eure Katze im Fellwechsel und sorgt darüber hinaus für glänzendes Fell.
    Biotin (auch Vitamin B7 oder Vitamin H genannt) ist für Haut und Haare wichtig, da es für die Bildung von Keratin benötigt wird. Der Körper kann Biotin in der Regel selbst herstellen.
    Bierhefe verfügt ebenfalls über wichtige B-Vitamine, die im Fellwechsel zur Unterstützung eingesetzt werden kann. Bierhefe lässt sich als Pulver gut unter die tägliche Portion Futter mischen.
    Das Spurenelement Zink ist ebenfalls an der Bildung von Keratin, dem wichtigsten Bestandteil des Fells, beteiligt. Zink kann, im Gegensatz zu Biotin, nicht selbst vom Körper hergestellt werden und muss daher über das Futter zugeführt werden. Die meisten Futtermittel enthalten bereits eine ausreichende Menge an Zink. Bei einem etwaigen Zinkmangel kann Zink zusätzlich gefüttert werden.
    Wichtig zu beachten ist hierbei, dass jedes Tier individuell ist und nicht jedes Tier Ergänzungsfuttermittel zur Unterstützung braucht. Besprecht euren individuellen Fall am besten mit eurem Tierarzt, Tierheilpraktiker oder Futterberater. Bei Lakefields arbeiten wir eng mit Tierärzten und Ernährungsberatern zusammen, um nicht nur unsere Produkte immer weiter zu optimieren, sondern auch, um euch und euren Hunden bei Fütterungsfragen zur Seite stehen zu können. Wenn ihr also Fragen zu eurer Futterroutine und etwaigen Zusätzen habt, dann schreibt gerne eine E-Mail an futterberatung@lakefields.de.

  • Vermeidung von Stress
    Der Fellwechsel ist eine stressige Zeit für unsere Vierbeiner. Daher solltet ihr dafür Sorge tragen, dass sie in dieser Zeit nicht zusätzlich stressigen Situationen ausgesetzt sind und stattdessen für viel Ruhe sorgen.
  • Regelmäßiger Check Up
    Auch außerhalb des Fellwechsels sollte euer Hund oder eure Katze regelmäßig dem Tierarzt vorgestellt werden. Nur so können Krankheiten frühzeitig erkannt werden.

Andere Ursachen für Haarverlust

Nicht nur im Fellwechsel fallen die Haare aus – es gibt auch Hauterkrankungen bei Hund und Katze, die dazu führen, dass das Fell ausfällt.
Leidet euer Hund an Hautausschlag, Entzündungen oder Juckreiz, muss in jedem Fall ein Tierarzt aufgesucht werden.
Parasiten, wie Milben oder Flöhe können für extremen Juckreiz sorgen, der den Hund sehr stresst.
Der Lakefields Bite Blocker kann mit Hilfe wirkungsvoller Öle & Thiamin/ Vitamin B1 Komplex dazu beitragen, euren Vierbeiner auf natürliche Weise vor Parasiten zu schützen.
Auch ein Pilz kann ursächlich für Hauterkrankungen sein. Meist fällt das Fell dann kreisrund aus und wächst nicht nach.
Eine Futtermittelunverträglichkeit kann ebenfalls zu Juckreiz, Hautausschlag, blutig gekratzten Stellen oder Haarausfall führen.
In solchen Fällen sollte euer Tier schnellstmöglich dem Tierarzt vorgestellt werden.
Wie ihr seht, können die Gründe für Hauterkrankungen sehr vielfältig sein. Der Tierarzt kann eine Diagnose stellen und dann auch die geeigneten Maßnahmen zur Therapie einleiten.

Gibt es Hunde oder Katzen ohne Fellwechsel?

Es gibt tatsächlich Hunde, die keinen klassischen Fellwechsel durchlaufen. Dazu zählen unter anderem Pudel, Malteser, Maltipoos, Wasserhunde und Bolonka Zwetna.
Der Grund dafür ist ihre besondere Fellstruktur: Diese Hunde besitzen keine Unterwolle und ihr Fell wächst stetig weiter. Bei Hunden mit gelocktem Fell verbleiben die wenigen Haare, die doch ausfallen, direkt im Fell.
Auch wenn diese Hunde kaum bis gar nicht haaren, ist es notwendig, sie regelmäßig zu bürsten und bei Bedarf dem Hundefriseur vorzustellen, denn wenn ausgefallene Haare im Fell verbleiben, können sie Juckreiz auslösen.

Exkurs – „Allergiehund“
Nicht haarende Hunde sind eine gute erste Anlaufstelle für Allergiker. Auch wenn die allergieauslösenden Stoffe in erster Linie nichts mit dem Fell an sich zu tun haben, sondern mit dem jeweiligen Speichel und Hautsekret des Hundes, können Hunde ohne klassischen Fellwechsel besser für Allergiker geeignet sein, da sie weniger allergieauslösende Stoffe produzieren. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Hund für jeden Allergiker gleich gut geeignet ist. Das Thema ist allerdings zu komplex, um es in diesem Blogbeitrag weiter zu thematisieren.

Auch im Katzenreich gibt es einige Exemplare, die weniger haaren als andere Vertreter ihrer Art. Dazu zählen beispielsweise die Siamkatze, Burma, Orientalisch Kurzhaar oder Thai. Sie haben im Gegensatz zu Katzenrassen wie der Norwegischen Waldkatze, Maine Coon oder der Ragdoll keine Unterwolle und haaren dementsprechend etwas weniger. Trotzdem muss man sich auch bei Vertretern dieser Rasse auf Fell im Haus und auf den Kleidern einstellen.

Exkurs – Sphynxkatze
Die Sphynxkatze wird auch als Nacktkatze bezeichnet, weil sie augenscheinlich komplett nackt ist und kein Fell zu haben scheint. Das ist allerdings nicht ganz richtig, denn auch Sphynxkatzen verfügen über, zugegebenermaßen wenig, Fell. Ihr Körper wird von einem leichten, kaum wahrnehmbaren Flausch bedeckt, den man höchstens bemerkt, wenn man die Sphynx berührt oder eingehender betrachtet. Ihre „Nacktheit“ verdankt die Sphynxkatze einer Mutation im krt71 Gen. Dieses Gen wird dominant vererbt, sodass es selbst bei Kreuzungen mit anderen Rassen zu Jungtieren ohne Fell kommen kann. Wegen der wenigen Haare ist sie bei Allergikern beliebt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Fellwechsel sich nicht nur zwischen verschiedenen Tierarten, sondern auch innerhalb der Art aufgrund der Rasse unterscheiden kann und grundsätzlich jeder Hund und jede Katze auf eine gewisse Art und Weise einen Fellwechsel durchläuft.

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass der Fellwechsel für unsere Vierbeiner ein anstrengender, aber notwendiger Prozess ist, um sie perfekt an die verschiedenen, jahreszeitlichen Bedingungen anzupassen. Wir als Besitzer können unseren geliebten Fellnasen aber mit einfachen Mitteln dabei helfen, die stressige Zeit des Fellwechsels gesund und munter zu überstehen.
Und damit wünschen wir euch nun eine schöne Fellwechselzeit, denn wie heißt es so schön: Das sind keine Haare, das ist Glitzer.

Von Sarah Enzweiler

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